Der Zug des Lebens

 

Vor einiger Zeit saß ich im Zug und als ich die Leute ein und aussteigen sah, an Bahnhöfen vorbei fuhr und an manchen Halt gemacht wurde musste ich an die letzten Worte meines Vaters denken, bevor er starb. Da kam mir in den Sinn, das Leben ist wie eine Reise mit dem Zug. Wir fahren bis wir an den Punkt des Sterbens kommen und wir aussteigen müssen, um an unseren Bestimmungsort zu kommen.

Aber ich will von vorne anfangen:

Mein Vater musste seine Reise im Alter von 42 Jahren beenden. Ich war gerade 15 Jahre alt. Seine letzten Worte, am Abend bevor er verstarb werde ich nie vergessen.
Er sagte, er würde auf einem großen Bahnhof stehen und müsse jetzt weg fahren. Ich fragte ihn, wohin er denn fahren würde. Da antwortete er: „Dort wo ich hinfahre ist ein großes Licht.“ Ich fragte ob er uns mitnehmen würde. Da sagte er: „Nein ich kann euch nicht mitnehmen, aber ich komme später und hole euch.“

Ich konnte damals mit seinen Worten nichts anfangen, bis ich eines Tages anfing die Bibel zu lesen. Und da war immer wieder davon die Rede, daß Gott „das Licht“ ist.

Nun zurück zu dem Gedanken mit dem Zug.

Das Leben ist wie eine Reise im Zug

Wenn wir geboren werden steigen wir in den Zug und die Reise beginnt. Wir haben noch nichts von der Welt gesehen und müssen nach und nach lernen, was uns da begegnet. Völlig arglos begegnen wir allem und jeden, wir haben ja noch nichts böses erfahren und alles ist wahnsinnig aufregend und spannend.

Die ersten Menschen denen wir begegnen sind Vater und Mutter, sie waren schon im Zug, als wir am Bahnhof eingestiegen sind. Wir glauben, dass sie uns während unserer ganzen Reise begleiten werden:

Aber leider ist die Wahrheit manchmal eine andere.
Manche steigen bei einer Station aus und lassen uns ohne ihre Liebe und Gesellschaft zurück. Die einen weil sie uns nicht haben wollen oder wir ihnen egal sind….Die anderen werden gezwungen und lassen uns mit Schmerzen zurück wie mein Papa, der zu meiner Mutter in der Todesnacht sagte: „Pass auf unsere Claudia auf, sie hat es mal schwer im Leben!“ Woher hat es das wissen können?

Es steigen auch andere Personen, die für uns sehr wichtig werden, in den Zug ein oder sie sind schon drinnen. Es sind Oma und Opa, Geschwister, Freunde, unsere eigenen Kinder und Ehepartner oder Lebensgefährten aber auch Nachbarn, Arbeitskollegen etc.

Manche begleiten uns eine Zeitlang andere bis zum Ende unserer Reise und fahren dann weiter.

Einige  finden viel Traurigkeit auf ihrer Reise. Und es gibt wieder andere im Zug, die immer da und bereit sind, denen zu helfen, die es brauchen.

Manche hinterlassen beim Aussteigen eine immer währende Sehnsucht…

Manche steigen ein, und wieder aus, und wir haben sie kaum bemerkt …

Es macht uns traurig und manchmal verzweifelt, dass manche der Mitreisenden, die wir lieb haben ihre Reise in einem anderen Wagon fortsetzen. Wir suchen <span style=“font-size: 15px; line-height: 1.62em;“>sie und kämpfen uns zu ihrem Wagon durch aber wir können uns nicht zu ihnen setzen, weil sie jemand anderen haben neben sich sitzen lassen.</span>

Wir versuchen mit jedem Mitreisenden gut auszukommen, aber leider gelingt das nicht immer weil manche uns nicht verstehen oder verstehen wollen. Es gibt auch Mitreisende, die böse sind und uns verletzen oder gar zum Aussteigen zwingen wollen.

So kommt ein Bahnhof nach dem anderen. Nach jedem Halt werden wir gewachsen sein, körperlich und  geistig…..Wir werden immer weiser durch die Erfahrungen die wir sammeln. An manche Stationen werden wir uns gerne erinnern, manche in sehr schmerzhafter Erinnerung behalten….Ja an manchen würden wir vielleicht sogar gerne selbst aussteigen oder mit einem geliebten Menschen gehen, der vor uns aussteigen muss.

Diese Bahnhöfe oder Stationen können Ereignisse sein wie z.B. die Einschulung, Beginn der Berufsausbildung, Hochzeit, die Geburt deiner Kinder, deiner Enkel usw. Leider aber auch Krankheit und andere schlimme Dinge. Aber wir fahren immer weiter, wir verweilen immer nur eine Weile. Wenn wir aus dem Fenster schauen ziehen viele Eindrücke und Erlebnisse an uns vorbei.

Das große Geheimnis der Reise ist, dass wir nicht wissen, wann wir endgültig aussteigen werden und genau so wenig wann unsere Mitreisenden aussteigen werden, nicht einmal der, der gleich neben uns sitzt.

Aber es gibt jemanden, der immer an unserer Seite ist, der uns von Anfang bis zum Schluss begleitet, ja sogar darüber hinaus. Er liebt uns, hilft uns, er trägt uns und verlässt uns niemals….Wenn wir das wollen und ihn darum bitten:

Und das ist Gott unser Schöpfer, der uns auf diese Reise geschickt hat und der uns am Ende erwarten und in seine Arme schließen wird…..DAS LICHT…das mein Vater gesehen hat, kurz bevor er ausgestiegen ist und ich muss keine Angst haben vor dem Ende der Reise weil mein Papa mich abholen wird an meiner Endstation….Vielleicht mit meiner Mama….

Das sind die beiden wichtigsten Menschen, die einen kleinen Reisenden am Anfang der Lebensreise begleiten, behüten und beschützen….

So werde auch ich meine geliebten Kinder abholen, wenn ich sie eines Tages im Zug des Lebens mit wehem Herzen zurücklassen muß. …versprochen!

Ich wünsche euch eine gute Reise!

 
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